Ihr Vater spielte den Kommissar im ARD-Polizeiruf. Ihre Stiefmutter stand neben George Peppard und James Mason vor der Kamera. Katharina Schubert trat in beide Fußstapfen, auf ihre eigene Art, mit über 60 Produktionen und drei Jahrzehnten deutschem Fernsehen.
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Aufgewachsen in einer Schauspielerfamilie
Katharina Schubert wurde am 26. November 1963 in Wiesbaden geboren. Ihr Vater, Jürgen Schmidt (1938 bis 2004), war eine feste Größe im deutschen Fernsehbetrieb. Das breite Publikum kannte ihn als Kommissar Holm Diekmann in der ARD-Krimiserie Polizeiruf 110, in der er bis 2002 mitspielte, und durch Auftritte in der ZDF-Serie Die Schwarzwaldklinik. Katharinas Mutter Rosemarie Schubert, 1933 in Dresden geboren, war ebenfalls Schauspielerin.
1995 heiratete Jürgen Schmidt die österreichische Schauspielerin Loni von Friedl, die Katharinas Stiefmutter wurde. Von Friedl war 1962 das jüngste Ensemblemitglied des Wiener Burgtheaters. International bekannt wurde sie durch amerikanische und britische Produktionen, darunter John Guillermins Kriegsfilm The Blue Max (1966) an der Seite von George Peppard, James Mason und Ursula Andress sowie dem britischen Science-Fiction-Film Journey to the Far Side of the Sun (1969). Ihr erster Ehemann war der Schauspieler Götz George. Jürgen Schmidt starb im November 2004 in München an Leukämie.
Ausbildung und erste Bühnenengagements
Katharina Schubert studierte Schauspiel an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg, einer der angesehensten Ausbildungsstätten im deutschsprachigen Raum. Frühe Bühnenerfahrungen sammelte sie an drei Häusern:
- Staatstheater Hannover (1990): Familiengeschäfte von Alan Ayckbourn
- Altes Schauspielhaus Stuttgart (1992): Titelrolle in Gigi nach Colette
- Kleine Komödie München: weitere Engagements
Noch vor ihrem Filmdebüt stand sie bei der Heimatserie Weißblaue Geschichten erstmals vor der Kamera. Den ersten großen Fernsehfilm drehte sie 1988: In Wolfgang Glücks Münchhausens letzte Liebe spielte sie neben Hans-Joachim Kulenkampff, einer der populärsten Persönlichkeiten des westdeutschen Fernsehens.
Die 1990er-Jahre: Krimi, Komödie und 26 Folgen Drei mit Herz
Die frühe Fernsehkarriere der Wiesbadenerin verlief über die großen deutschen Krimiformate:
- Tatort (ARD, mehrere Episoden zwischen 1988 und 2000)
- Derrick (ZDF, 1991 und 1993)
- Der Alte (ZDF, 1992, 1993 und 1994)
- Der Bulle von Tölz (SAT.1, 1996 und 2004)
- Polizeiruf 110 (ARD, 2000)
1996 übernahm sie in der Komödie Willi und die Windzors die Rolle von Prinzessin Diana, ein Jahr bevor Diana bei dem Unfall in Paris starb.
Parallel baute sie sich über lange Serienengagements eine Zuschauerbasis auf. In Drei mit Herz (ARD) war sie zwischen 1997 und 2002 in 26 Folgen als Claudia Fahrenkamp zu sehen. In Bronski und Bernstein (NDR/ARD, 2001) spielte sie in 13 Folgen die Rolle der Dr. Ilona Bachschuster. In der RTL-Serie Unter Brüdern (2002/2003) stand sie neben Schauspieler Michael Brandner, dessen Sohn sie später zur Patentante werden sollte.
Da kommt Kalle: ZDF-Familienserie und ein Heiratsantrag auf dem Traumschiff
Von 2005 bis 2006 spielte Katharina Schubert beim ZDF die weibliche Hauptrolle in der Familienserie Da kommt Kalle: 12 Folgen als Pia Andresen, Besitzerin des Schäferhundrüden Kalle. Die Serie lief im ZDF-Hauptabendprogramm und brachte ihr ein neues, breites Publikum.
Am Set lernte sie den Schauspieler Lars Gärtner kennen, damals bekannt durch Das Experiment (2001) und Stromberg. Der Heiratsantrag folgte bei den Dreharbeiten zur Traumschiff-Episode Rio de Janeiro, die 2007 gedreht und 2008 ausgestrahlt wurde. Das Paar heiratete 2007 in Witten, Nordrhein-Westfalen. Gärtners Mutter, die Schauspielerin Sabine Postel, war bei der Hochzeitsfeier dabei.
„Eine für alle“: Millionenkampagne, fünf Prozent Einschaltquote, 100 Folgen
Am 20. April 2009 startete die ARD-Vorabendserie „Eine für alle, Frauen können’s besser“ mit einer millionenschweren Werbekampagne. Das Erste hatte 200 Folgen bestellt. Katharina Schubert spielte die Hauptfigur Lilli Lemcke, Schweißerin, verheiratet, zwei Kinder, kämpfend gegen die drohende Übernahme der fiktiven Wetzmann-Werke durch Finanzinvestoren in der fiktiven Kleinstadt Dorach.
Das Thema war 2009 aktuell. ARD-Programmdirektor Volker Herres kommentierte den Zeitgeistbezug mit den Worten, die Realität habe die Fiktion eingeholt. Produziert wurde die Serie von der Rubicon Film gemeinsam mit der Bavaria Fernsehproduktion in Ludwigsburg, täglich um 18.50 Uhr im Ersten.
Schon vor dem Sendestart gab es Aufruhr. Ein Zuschauer beschwerte sich beim Deutschen Werberat: Die Radiospots der Kampagne würden Männer als „herumirrender Gockel“ bezeichnen und hätten „einen Grad der Dreistigkeit erreicht, der den Bereich der Menschenwürde verlassen hat.“
Was dann geschah, gehört zu den bekannten Kapiteln der ARD-Vorabendgeschichte:
| Datum | Ereignis |
|---|---|
| 20. April 2009 | Serienstart mit Doppelfolge |
| 29. Juni 2009 | Crew erfährt von der Absetzung |
| 14. Oktober 2009 | Letzte ausgestrahlte Folge |
Die durchschnittliche Einschaltquote lag bei rund fünf Prozent. Die Fachportale kress.de und Kino.de bezeichneten das als „indiskutabel“. Statt 200 wurden nur 100 Folgen produziert. Als Nachfolger auf dem Sendeplatz setzte ARD das Quizformat Das Duell von Jörg Pilawa an. Katharina Schubert hatte jede der 100 Folgen als Hauptdarstellerin getragen.
Scheidung, ein zufriedener Single und ein Porsche Targa
Lars Gärtner stieg 2009 aus der Schauspielerei aus und wurde Mitgeschäftsführer in der Dentalfirma seines Vaters in Ratingen. Die Ehe scheiterte. Die Trennung vollzog sich im November 2012, öffentlich bekannt gegeben wurde sie im Mai 2013, rechtskräftig geschieden wurde das Paar 2014.
Gegenüber Bunte beschrieb Katharina Schubert diese Zeit so: „Der Weg war sehr schmerzvoll und tränenreich.“ In den Monaten danach beschrieb sie sich selbst als „zufriedenen Single“.
Den nächsten Mann in ihrem Leben lernte sie unter ungewöhnlichen Umständen kennen. Volkswagen engagierte sie als prominente Fahrerin für die Hamburg-Berlin Klassik Rallye. Am Steuer des gemeinsamen Porsche Targa saß Otto Ferdinand Wachs, Geschäftsführer der Volkswagen Autostadt in Wolfsburg. Im Mai 2015 bestätigte Katharina Schubert die Beziehung gegenüber Bunte mit den Worten: „Ich bin seit einem Jahr sehr happy mit Otto.“ Beide wurden anschließend mehrere Jahre bei der Rallye gemeinsam fotografiert.
Weitere Rollen nach 2010
Nach dem Ende von „Eine für alle“ blieb Katharina Schubert regelmäßig im deutschen Fernsehen präsent:
- In aller Freundschaft (ARD, 2010 bis 2012 und erneut 2020)
- Der Tatortreiniger (NDR, 2011)
- SOKO München (ZDF, 2017)
- Chaos-Queens (ZDF, 2018)
Das letzte bestätigte Engagement stammt aus dem Jahr 2020, mit einem erneuten Auftritt bei In aller Freundschaft (ARD).
Heute, mit 62 Jahren, führt die Hamburger Agentur Reuter Katharina Schubert weiterhin als aktive Schauspielerin. Hinter ihr liegen eine Schauspielerfamilie mit internationalem Filmerbe, eine Karriere, die in den Krimiklassikern der 1990er-Jahre verwurzelt ist, und eine Hauptrolle im wohl bekanntesten Vorabendflop des deutschen öffentlich-rechtlichen Fernsehens. Wer heute nach Katharina Schubert sucht, findet mehr als eine Filmografie.

