Julian Henry De Niro: Wer ist Robert De Niros Sohn wirklich?

Er trägt einen der bekanntesten Nachnamen der Filmgeschichte und ist trotzdem so gut wie unbekannt. Kein Instagram-Auftritt, keine Interviews, kaum öffentliche Auftritte. Wer Julian Henry De Niro googelt, bekommt oft falsche Fotos, falsche Fakten, und manchmal schlicht den falschen Menschen.

Was hinter dem Namen wirklich steckt, ist überraschender als erwartet.



Herkunft: New York, 1995

Julian Henry De Niro wurde am 20. Oktober 1995 in den USA geboren und wuchs in New York City auf. Er ist der Sohn von Robert De Niro und der Schauspielerin und Model Toukie Smith. Er und sein Zwilling wurden durch In-vitro-Fertilisation gezeugt und von einer Leihmutter ausgetragen.

Seinen zweiten Vornamen Henry trägt er nach seinem Großvater Robert Henry De Niro Sr., einem anerkannten amerikanischen Maler, der später offen als schwuler Mann lebte. Robert De Niro Jr. hat diesen familiären Hintergrund wiederholt selbst thematisiert.

Beide Eltern haben die Kinder konsequent aus der Öffentlichkeit herausgehalten. Julians Zwillingsschwester Airyn De Niro beschrieb das 2025 in einem Interview so: „Sie haben mir gesagt, dass sie wollten, dass ich so viel normale Kindheit wie möglich habe.“


Toukie Smith: Wer Julians Mutter wirklich ist

Toukie Smith, bürgerlich Doris A. Smith, geboren am 25. September 1952 in Philadelphia, ist alles andere als eine unbekannte Größe.

In den 1970er und 1980er Jahren gehörte sie zu den gefragtesten Models ihrer Generation:

  • Kampagnen für Chanel, Versace, Issey Miyake, Thierry Mugler und Geoffrey Beene
  • Auftritte in Vogue, Elle, Cosmopolitan und Ebony
  • 1978 von Bloomingdale’s zur Model des Jahres gekürt

Als Schauspielerin wurde sie durch ihre Rolle als Eva Rawley in der NBC-Sitcom 227 bekannt (1989 bis 1990). Ihren Nachnamen hat sie auf Julian nicht übertragen, ihren Einfluss schon.

Mit Robert De Niro war sie von 1988 bis 1996 zusammen. Die beiden heirateten nie. 1995, ein Jahr vor ihrer endgültigen Trennung, kamen die Zwillinge zur Welt.


Master in Informatik. Und ein Artikel in der Washington Post.

Hier unterscheidet sich Julian Henry De Niro von so ziemlich jedem anderen Prominentenkind.

Er studierte Schauspiel an der NYU Tisch School of the Arts und zusätzlich am Lee Strasberg Theatre and Film Institute in New York. Parallel dazu absolvierte er ein Doppelstudium in Mathematik und Informatik und schloss anschließend einen Master in Informatik am NYU Courant Institute ab.

Im Dezember 2018 veröffentlichte er gemeinsam mit Kommilitonen und einem Professor einen Artikel in der Washington Post. Der Titel: „What the World Wants“. Datengrundlage: über 600 Millionen Twitter-Posts, ausgewertet auf die Frage, was Menschen sich wünschen. Die häufigsten Antworten drehten sich um Liebe, mehr Zeit und den Wunsch, Vergangenes rückgängig zu machen.

Kein anderes Kind von Robert De Niro hat etwas Vergleichbares vorzuweisen.


Die Schauspielkarriere: Was bisher war

In Dubious Battle (2016)

Julians erster dokumentierter Filmauftritt war in In Dubious Battle, basierend auf dem Roman von John Steinbeck aus dem Jahr 1936. Regie: James Franco. Julian spielte die Nebenrolle Billy und stand dabei neben Franco, Selena Gomez und Robert Duvall vor der Kamera.


The First Lady, Showtime (2022)

Sein erster TV-Auftritt, der öffentlich wahrgenommen wurde. In der Showtime-Anthologieserie The First Lady spielte Julian den jungen Barack Obama. Die Serie begleitete drei amerikanische First Ladies gleichzeitig: Viola Davis als Michelle Obama, Michelle Pfeiffer als Betty Ford, Gillian Anderson als Eleanor Roosevelt. Den älteren Barack Obama spielte O-T Fagbenle, Julian übernahm die frühen Jahre. The Wrap schrieb damals, seine Darstellung wirke „extrem steif.“ Die Serie wurde nach einer Staffel eingestellt.


The Sign in Sidney Brustein’s Window, Broadway (2023)

Das ist Julians bisher bedeutendster Auftritt — und gleichzeitig der, über den am wenigsten berichtet wird.

Im Februar 2023 startete an der Brooklyn Academy of Music (BAM) die erste New Yorker Wiederaufführung von Lorraine Hansberrys Stück seit über 50 Jahren. Die komplette Besetzung zog anschließend in den Broadway um. Gespielt wurde vom 27. April bis 2. Juli 2023 im James Earl Jones Theatre.

RolleSchauspieler
Sidney BrusteinOscar Isaac
Iris BrusteinRachel Brosnahan
Alton ScalesJulian De Niro
Mavis Parodus BrysonMiriam Silverman

Julian spielte Alton Scales, einen politischen Aktivisten. Ein Kritiker beschrieb seine Darstellung schlicht als „einfühlsam.“ Die Produktion erhielt eine Tony-Award-Nominierung für die beste Wiederaufnahme eines Theaterstücks. Das gesamte Ensemble nahm auch an der Audioaufnahme teil, die bei Audible erschien.


Zero Day, Netflix (Februar 2025)

In der Miniserie Zero Day war Robert De Niro zum ersten Mal in einer Fernsehserie als Hauptdarsteller zu sehen. Julian hatte eine Nebenrolle als Riley Dobbs. Bemerkenswert: Halbschwester Drena De Niro war in derselben Produktion als Congresswoman D’Andrea besetzt. Es war das erste Mal, dass zwei Kinder von Robert De Niro gemeinsam in einer Produktion auftraten.


Airyn De Niro: Was vor einem Jahr öffentlich wurde

Jahrelang war Julians Zwilling als Aaron Kendrick De Niro bekannt. Das änderte sich vor genau einem Jahr — am 19. März 2025.

An diesem Tag fotografierten Paparazzi Airyn De Niro mit langen rosa Locken. Ein Boulevardblatt veröffentlichte das Bild und outete sie als Transfrau, ohne ihre Zustimmung. Um ihre Geschichte selbst zu erzählen, gab Airyn am 29. April 2025 ein ausführliches Interview mit dem LGBTQ-Magazin Them (Condé Nast). Darin berichtete sie, dass sie ihre Hormontherapie im November 2024 begonnen hatte.

Robert De Niro reagierte mit einer öffentlichen Stellungnahme, die unter anderem Deadline vorlag:

„Ich habe Aaron als meinen Sohn geliebt und unterstützt, und jetzt liebe und unterstütze ich Airyn als meine Tochter. Ich verstehe nicht, warum das ein großes Thema sein soll. Ich liebe alle meine Kinder.“

Eine Sprecherin von Toukie Smith teilte der New York Times mit, die beiden hätten „offensichtlich noch immer eine sehr starke Verbindung.“

Airyn sagte in dem Interview auch, ihr Vater habe weder ihr noch Julian je eine Rolle verschafft oder sie zu Premieren mitgenommen. Das deckt sich mit dem, was Julians Karriere ohnehin zeigt.

Der familiäre Kontext spielt dabei eine Rolle: Robert De Niros Vater, Robert Henry De Niro Sr., lebte offen als schwuler Mann. De Niro jr. hat diesen Hintergrund selbst als Teil seiner Familiengeschichte beschrieben, auch im Zusammenhang mit seiner Unterstützung für Airyn.


März 2026: Kein neues Projekt bestätigt

Auf IMDb und Broadway World gibt es seit Januar 2025 keine neuen Einträge zu Julian De Niro. Sein letzter bestätigter Auftritt bleibt Zero Day. Auf Instagram existieren kaum Posts, hauptsächlich Reisebilder.

Wer nach Fotos sucht, sollte aufpassen: Viele Seiten zeigen das Bild des Models Julian Henry (@goldenboyjulio) als Robert De Niros Sohn. Die beiden haben nichts miteinander zu tun. Das Modell hat blaue Augen, Julian De Niro braune.

Robert De Niro sagte gegenüber People über seine Kinder: „Wenn du Schauspieler werden willst oder irgendetwas anderes, ist das in Ordnung, solange du glücklich bist. Verkaufe dich nur nicht unter Wert.“

Julian Henry De Niro hat Broadway gespielt, einen Informatik-Master abgeschlossen, in der Washington Post publiziert und neben seinem Vater auf Netflix gestanden. Alles ohne Aufsehen, ohne gesteuertes Image, ohne den Nachnamen als Abkürzung zu benutzen. Ob das die Ruhe vor mehr ist, bleibt offen.

Eric Kuster
Eric Kusterhttps://infozentral.de/
Eric Kuster schreibt seit 2015 über Politik, Promis, Sport und Gesellschaft. Er arbeitete für die Münchner Abendzeitung und mehrere Online-Portale, wo er Bundestagsdebatten, Promi-Skandale, Fußball-Transfers und Gerichtsverfahren abdeckte. Kuster berichtete aus dem Bundestag, interviewte Bundesliga-Spieler und recherchierte zu Steuerhinterziehungsfällen deutscher Prominenter. In Köln aufgewachsen, zog er 2019 nach Berlin, um näher am politischen Geschehen zu sein. Er verfolgt Entertainment-News genauso wie Migrations- und Technologiethemen. Im Februar 2026 gründete er Info Zentral, weil ihm Schnelligkeit ohne Oberflächlichkeit wichtig ist. Kuster hat Politikwissenschaft studiert, aber das meiste lernte er in Redaktionen.

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