Christine Gautier: Schauspielerin | Teddy, Cannes & Venedig

Beim 81. Filmfestival Venedig feierte Et leurs enfants après eux am 31. August 2024 Weltpremiere im offiziellen Wettbewerb. Christine Gautier gehörte zur Besetzung. Für die Schauspielerin war das kein Zufallsauftritt, sondern ein weiterer Schritt in einer Karriere, die seit 2018 stetig gewachsen ist und sie mittlerweile fest im modernen französischen Kino verankert.



Wer ist Christine Gautier?

Christine Gautier ist eine französische Schauspielerin, die zudem als Regieassistentin und Continuity-Supervisorin arbeitet. Bekannt wurde sie durch Teddy (2020), den zweiten Spielfilm der Regisseure Ludovic und Zoran Boukherma, der die offizielle Cannes-Selektion erhielt. Seitdem war sie an mehreren gefeierten Produktionen beteiligt, darunter Revoir Paris (2022) von Alice Winocour und Et leurs enfants après eux (2024), der beim Filmfestival Venedig lief.

Das Cannes-Festival führt sie in seiner offiziellen Datenbank als Schauspielerin. Die europäische Filmplattform Unifrance listet sie als Akteurin, Regieassistentin und Continuity-Supervisorin.


Der Ausgangspunkt: Ein Kurzfilm im Jahr 2018

Die Zusammenarbeit zwischen Christine Gautier und den Regisseuren Ludovic und Zoran Boukherma beginnt nicht mit Teddy. Bereits 2018 spielte sie in deren Kurzfilm La Naissance du Monstre mit, einem frühen Werk der Brüder, das thematisch auf Teddy hinweist.

Diese Zusammenarbeit war die Grundlage für alles Folgende. Als die Boukhermas 2020 ihren zweiten Spielfilm produzierten, war Gautier für sie keine neue Bekanntschaft.


Teddy (2020): Hauptrolle bei der Cannes-Selektion

In Teddy spielt Christine Gautier Rebecca, die Freundin der Titelfigur Teddy Pruvost. Im Abspann steht ihr Name direkt hinter Hauptdarsteller Anthony Bajon auf dem zweiten Platz. Das Werwolf-Drama spielt in einem Dorf in den Pyrenäen, wo ein junger Mann nach einem Tierbiss zunehmend die Kontrolle verliert. Hinter der Horrorprämisse steckt ein Film mit deutlicher sozialkritischer Ebene.

Teddy erhielt:

  • Das offizielle Cannes-Label 2020
  • Den Grand Prix beim Festival International du Film Indépendant de Bordeaux
  • Eine Auszeichnung beim Sitges Film Festival in Spanien

Das Cannes-Festival listete Christine Gautier in seiner offiziellen Datenbank als Newcomerin des Jahres 2020. Cineuropa, die führende europäische Filmplattform, nannte sie später ausdrücklich die „durch Teddy bekannt gewordene“ Darstellerin.


2022: Drei Produktionen, zwei Festivals

Das Jahr 2022 war für Christine Gautier das bisher produktivste.

L’Année du Requin lief erneut unter der Regie der Boukherma-Brüder. An ihrer Seite standen Marina Foïs, Kad Merad und Jean-Pascal Zadi. Gautier spielt Eugenie, eine Polizistin, deren Team einen Hai vor der Küste des Landes-Departements jagt.

Revoir Paris von Regisseurin Alice Winocour war ein anderes Kaliber. Mit Virginie Efira in der Hauptrolle erzählt der Film die Geschichte einer Frau, die drei Monate nach einem Terroranschlag in einem Pariser Bistro versucht, ihre Erinnerungen zu rekonstruieren. Der Film feierte Weltpremiere bei der Cannes Directors‘ Fortnight und lief anschließend beim Toronto International Film Festival. Auf Rotten Tomatoes hält er eine Zustimmungsrate von 94 Prozent.

Youssef Salem a du succès, eine französische Komödie über einen Schriftsteller, dessen neues Buch sein Leben auf den Kopf stellt, kam ebenfalls in diesem Zeitraum heraus. Auch dort gehört Gautier zur Besetzung.


Venedig 2024: Et leurs enfants après eux

Et leurs enfants après eux ist der vierte Spielfilm der Boukherma-Brüder und der bisher größte. Die Vorlage ist der gleichnamige Roman von Nicolas Mathieu, der 2018 den Prix Goncourt gewann, den renommiertesten Literaturpreis Frankreichs.

Christine Gautier spielt darin die Figur Vanessa. Das Ensemble umfasst Gilles Lellouche, Ludivine Sagnier und Paul Kircher, der bei der Weltpremiere im offiziellen Wettbewerb des Filmfestivals Venedig den Marcello-Mastroianni-Preis für die beste Nachwuchsdarstellung gewann. Internationaler Vertrieb: das Pariser Unternehmen Charades. Kinostart in Frankreich über Warner Bros. Pictures am 4. Dezember 2024.


Christine Gautiers Filmografie im Überblick

JahrFilmFigurFestival / Verleih
2018La Naissance du Monstre (Kurzfilm)N/ABoukherma-Kurzfilm
2020TeddyRebeccaCannes Offizielle Selektion
2022L’Année du RequinEugenieBoukherma-Brüder
2022Revoir ParisN/ACannes Directors‘ Fortnight, TIFF
2022/23Youssef Salem a du succèsN/A
2024Et leurs enfants après euxVanessaVenedig, Warner Bros.

Weitere bestätigte Titel in ihrer Filmografie: Rabia, Martingale, Loving und La Fille de 3e B.


Sechs Jahre nach dem ersten gemeinsamen Kurzfilm mit den Boukherma-Brüdern stand Christine Gautier als Teil eines Wettbewerbsfilms in Venedig. Das moderne französische Kino schreibt gerade seine nächste Epoche, und sie gehört zu den Gesichtern, die dabei immer wieder auftauchen.

Eric Kuster
Eric Kusterhttps://infozentral.de/
Eric Kuster schreibt seit 2015 über Politik, Promis, Sport und Gesellschaft. Er arbeitete für die Münchner Abendzeitung und mehrere Online-Portale, wo er Bundestagsdebatten, Promi-Skandale, Fußball-Transfers und Gerichtsverfahren abdeckte. Kuster berichtete aus dem Bundestag, interviewte Bundesliga-Spieler und recherchierte zu Steuerhinterziehungsfällen deutscher Prominenter. In Köln aufgewachsen, zog er 2019 nach Berlin, um näher am politischen Geschehen zu sein. Er verfolgt Entertainment-News genauso wie Migrations- und Technologiethemen. Im Februar 2026 gründete er Info Zentral, weil ihm Schnelligkeit ohne Oberflächlichkeit wichtig ist. Kuster hat Politikwissenschaft studiert, aber das meiste lernte er in Redaktionen.

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