Morgen, am 18. März 2026, wird Elliot De Niro 28 Jahre alt. Es gibt kein Interview von ihm, keine Social-Media-Profile, keine öffentlichen Auftritte. Die meisten Menschen kennen seinen Namen nur aus einem Grund: weil sein Vater 2016 auf einem Filmfestival etwas öffentlich machte, das die Familie jahrelang für sich behalten hatte. Das war der Moment, der Elliots Namen in die Schlagzeilen brachte.
Inhaltsverzeichnis
Wer ist Elliot De Niro?
Elliot De Niro wurde am 18. März 1998 in New York City geboren. Er ist der erste gemeinsame Sohn von Robert De Niro und Grace Hightower, die im Juni 1997 geheiratet hatten. Als fünftes Kind seines Vaters wächst er in einer großen Patchwork-Familie auf:
| Geschwister | Mutter | Anmerkung |
|---|---|---|
| Drena De Niro | Diahnne Abbott | adoptiert |
| Raphael De Niro | Diahnne Abbott | |
| Julian Henry De Niro | Toukie Smith | Zwilling |
| Airyn De Niro | Toukie Smith | Zwilling; outete sich 2025 als Transfrau |
| Elliot De Niro | Grace Hightower | |
| Helen Grace De Niro | Grace Hightower | 2011 per Leihmutter |
| Gia Virginia Chen-De Niro | Tiffany Chen | jüngstes Kind, geboren 2023 |
Seine Mutter Grace Hightower wuchs in ärmlichen Verhältnissen in Kilmichael, Mississippi auf. Sie arbeitete als Flugbegleiterin für Trans World Airlines, lebte danach in Paris und London, wo sie 1987 in dem Londoner Restaurant Mr. Chow auf Robert De Niro traf. 1997 heirateten die beiden. Ein Jahr später wurde Elliot geboren.
2016: Robert De Niro macht Elliots Autismus-Diagnose öffentlich
Was die Familie über Jahre privat gehalten hatte, wurde im Frühjahr 2016 öffentlich. Robert De Niro hatte die Dokumentation Vaxxed: From Cover-Up to Catastrophe in das Programm des Tribeca Film Festivals aufgenommen. Der Film stammte von Andrew Wakefield, dem britischen Mediziner, dessen Studie über eine angebliche Verbindung zwischen Impfungen und Autismus 2010 vom Fachmagazin The Lancet zurückgezogen worden war. Wakefield verlor im selben Jahr seine Zulassung.
Als Wissenschaftler und andere Filmemacher gegen die Vorführung protestierten, zog De Niro den Film zurück. In seinem Statement nannte er zum ersten Mal öffentlich, was in der Familie Thema war:
„Grace und ich haben ein Kind mit Autismus, und wir glauben, dass alle Fragen rund um die Ursachen von Autismus offen diskutiert werden müssen.“
Kurz darauf trat De Niro in der US-Sendung Today auf und sagte emotional:
„Ich bin kein Impfgegner. Ich möchte sichere Impfstoffe. Ich, als Vater eines Kindes mit Autismus, mache mir Sorgen und will die Wahrheit wissen.“
Auf die Frage, ob er selbst eine plötzliche Veränderung bei Elliot beobachtet habe, antwortete er: „Meine Frau sagt das. Ich erinnere mich nicht. Aber mein Kind ist autistisch, und jedes Kind ist anders.“
Zur wissenschaftlichen Einordnung: Jahrzehntelange Forschung hat keinen kausalen Zusammenhang zwischen Impfungen und Autismus nachgewiesen. Amerikanische Bundesgerichte haben entsprechende Klagen mehrfach abgewiesen. De Niro betonte stets, grundsätzlich nicht gegen Impfungen zu sein.
Was der Moment dennoch auslöste: Ein weltweit bekannter Schauspieler sprach offen über eine Realität, die Millionen Familien mit autistischen Kindern täglich betrifft.
Tennis: Der Sport, der Elliots Leben veränderte
Robert De Niro und Grace Hightower suchten nach Wegen, ihrem Sohn Struktur, Selbstvertrauen und soziale Kontakte zu ermöglichen. Sie entschieden sich für Tennis. Der Einstieg war alles andere als einfach.
De Niro schilderte die Anfänge 2019 in einem Beitrag für die Special Olympics:
„Er war anfangs nicht gerade begeistert. Seine Mutter war gut darin, ihn zu motivieren. Er hat irgendwann gemerkt: Ich kann das schaffen. Das ist das stärkste Selbstmotivationsmittel, das jemand haben kann.“
Grace Hightower ergänzte:
„Das ist das Geschenk, das du deinem Kind gibst: ihm zu ermöglichen, in sich selbst zu wachsen, ihm die Motivation und das Vertrauen zu geben, zu wissen, wer es ist. Wenn es das hat, kann es so vieles erreichen.“
Elliot selbst sagte über das Tennisspielen: „Ich fühle mich manchmal beflügelt.“
Was der Sport konkret brachte:
- Körperlich: Ausdauer, Koordination, Fitness
- Mental: Selbstvertrauen durch eigene, sichtbare Fortschritte
- Sozial: Freundschaften durch gemeinsames Training
Special Olympics 2019: Elliot als „Game Changer“
Am 1. Mai 2019 war Elliot Teil der ESPN-Serie Special Olympics: 50 Game Changers, einem Gemeinschaftsprojekt von ESPN und Special Olympics International zum 50-jährigen Jubiläum der Bewegung. Der Kurzfilm wurde von Rudy Valdez inszeniert, die Kamera führte Michael Beach Nichols.
Der Film zeigt Elliots Tennisfortschritte und seine Freundschaft mit Max Richter.
Richtigstellung: Zahlreiche englisch- und deutschsprachige Artikel behaupten, dieser Max Richter sei der bekannte deutsch-britische Komponist. Das ist falsch. Der Max Richter in Elliots Geschichte ist ein junger Mann mit einer Behinderung, den Elliot über die Special Olympics kennenlernte. Laut Special Olympics International wurden beide von ihren Müttern dazu gebracht, gemeinsam zu trainieren. Die Organisation beschreibt ihre Verbindung schlicht: „Sie lernen und wachsen gemeinsam.“
Elliots Fortschritte motivierten Grace Hightower zu einem weiteren Schritt: 2019 trat sie dem Vorstand von Special Olympics New York bei, um Bewusstsein für Athleten mit intellektuellen Beeinträchtigungen zu schaffen. In einem Gastbeitrag auf der offiziellen Website der Organisation schrieb sie:
„Wenn du das Wort ‚Athlet‘ hörst, wessen Bild kommt dir in den Sinn? Wahrscheinlich nicht das meines Sohnes Elliot, eines engagierten Tennisspielers, der so hart arbeitet, um konkurrenzfähig zu sein.“
Sie startete außerdem die Kampagne „Your Brand Here“, einen Aufruf an große Marken, Special-Olympics-Athleten genauso zu sponsern wie Profisportler. Ihr Argument: 26 Prozent der US-Bevölkerung leben mit einer Behinderung. Ein Viertel aller Amerikaner sieht sich kaum in Medien oder Werbung repräsentiert.
Die bewegte Familiengeschichte hinter dem Nachnamen
Elliots frühe Kindheit verlief alles andere als ruhig. Als er 17 Monate alt war, reichte Robert De Niro 1999 die Scheidung ein. Ein Sorgerechtsstreit folgte. Ein erster Gerichtsbeschluss erlaubte De Niro, seinen Sohn dreimal wöchentlich zu sehen, stets in Begleitung einer von Grace Hightower bestimmten Person.
De Niros langjähriger Freund Chuck Low sagte damals gegenüber People: „Er brach Meetings mit mir ab, wenn er zu Elliot musste.“
2004 fanden beide Eltern wieder zusammen. Sie erneuerten ihre Eheversprechen auf De Niros Anwesen in der Nähe der Catskill Mountains. Martin Scorsese, Meryl Streep und Ben Stiller gehörten den Berichten zufolge zu den Gästen. Die ursprüngliche Scheidung wurde nie rechtskräftig.
2011 kam Tochter Helen Grace über eine Leihmutter zur Welt. 2018 trennten sich De Niro und Hightower endgültig. De Niro veröffentlichte damals ein Statement: „Grace und ich haben zwei wunderschöne gemeinsame Kinder. Wir betreten eine Phase des Übergangs in unserer Beziehung. Ich anerkenne Grace als wunderbare Mutter.“
„Ezra“ 2024: Wenn persönliche Erfahrung auf Leinwand trifft
2024 erschien das Filmdrama „Ezra“ (Regie: Tony Goldwyn) mit Robert De Niro und Bobby Cannavale. Der Film dreht sich um einen Vater, der mit seiner Ex-Frau über den richtigen Umgang mit ihrem autistischen Sohn streitet. De Niro spielt den Großvater des Jungen.
Drehbuchautor Tony Spiridakis, selbst Vater eines autistischen Sohnes, schickte das Skript an De Niro. Dieser meldete sich innerhalb von drei Tagen zurück. Bei einer Vorpremiere in New York sagte De Niro:
„Das ist etwas, das ich als Vater eines Kindes in ähnlicher Situation verstehe. Es hatte die richtigen Gefühle, das richtige Herz.“
Der Film feierte seine Weltpremiere beim Toronto International Film Festival im September 2023 und kam im Mai 2024 in die US-amerikanischen Kinos.
Elliot De Niro im März 2026: Was bekannt ist
Über Elliots aktuelles Leben gibt es kaum dokumentierte Informationen, und das entspricht dem, was seine Eltern von Anfang an angestrebt haben.
Was bekannt ist:
- Er lebt in New York City
- Im März 2023 wurde er bei einem Spaziergang in Manhattan mit seinem Vater fotografiert, einige Zentimeter größer als Robert, entspannt in Jeans und grüner Wollmütze
- Tennis ist weiterhin ein fester Bestandteil seines Alltags
- Es gibt keine bekannte Social-Media-Präsenz, kein öffentliches Interview
Die einzige direkte Aussage, die von ihm öffentlich dokumentiert ist, stammt aus dem ESPN-Video von 2019: „Ich fühle mich manchmal beflügelt.“
Robert De Niro hat in über 100 Filmen gespielt und gehört zu den meistfotografierten Menschen in Hollywood. Sein Sohn Elliot hat nie eine Kamera gesucht. Wer nach Robert De Niros autistischem Sohn sucht, findet die Geschichte eines Mannes, der von seinen Eltern konsequent vor dem Rampenlicht geschützt wurde und im Tennis einen Weg fand, der ihm gehört. Den hat er sich selbst erarbeitet.
Quellen: Special Olympics New York (offiziell), Special Olympics International, ESPN, NBC New York, The Hollywood Reporter, Rolling Stone, Today (NBC), ABC News, Wikipedia, People

