Als Horst Janson im Sommer 2024 durch die Haustür kam und kein Wort mehr herausbrachte, rief Hella Ruthardt sofort den Notarzt. Sechs Monate später saß sie an seinem Sterbebett. Kurz danach hielt sie eine Kündigung in den Händen.
Wer Helgardt Hella Ruthardt jenseits dieser Ereignisse ist, wissen die wenigsten.
Inhaltsverzeichnis
Eine Journalistin mit eigenem Profil
Der Name Hella Ruthardt taucht in deutschen Medien fast ausschließlich neben dem ihres Mannes auf. Dabei war sie nie nur dessen Begleitung. Ruthardt arbeitete als Journalistin und führte über Jahrzehnte ein eigenständiges Berufsleben.
2011 war sie in zwei der bekanntesten ARD-Talkshows zu Gast: bei Sandra Maischberger in Menschen bei Maischberger und bei Frank Plasberg in Plasberg persönlich. Beide Sendungen laden Angehörige von Prominenten nicht ohne Grund ein.
Ihr Geburtsort, ihre Herkunft und ihre frühen Berufsjahre sind öffentlich nicht dokumentiert. Ihr Privatleben hat sie vier Jahrzehnte lang konsequent aus den Schlagzeilen herausgehalten.
Steckbrief: Helgardt Hella Ruthardt
| Name | Helgardt „Hella“ Ruthardt |
| Geburtsjahrgang | ca. 1948 |
| Beruf | Journalistin |
| Ehemann | Horst Janson (1935–2025) |
| Heirat | Juli 1982 |
| Töchter | Sarah-Jane Janson (geb. 1984), Laura-Marie Janson (geb. 1986) |
| Wohnort | Grünwald bei München |
42 Jahre, zwei Töchter, ein gemeinsames Haus
Im Juli 1982 heiratete Helgardt Hella Ruthardt den Schauspieler Horst Janson, den Generationen als Bastian aus der gleichnamigen ZDF-Serie und als Horst aus der Sesamstraße kannten. Es war Jansons zweite Ehe. Die erste, mit Schauspielerin Monika Lundi, war 1976 geschieden worden.
Gemeinsam bekamen sie zwei Töchter:
- Sarah-Jane Janson, geboren 1984 in München, absolvierte die Schauspielschule Zerboni und studierte Theaterwissenschaften an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Auf der Bühne stand sie irgendwann auch gemeinsam mit ihrem Vater, bei den Karl-May-Spielen in Bad Segeberg.
- Laura-Marie Janson, geboren 1986, ebenfalls Schauspielerin, unter anderem in der ARD-Serie In aller Freundschaft zu sehen.
Die Familie lebte in einem Reihenhaus in Grünwald bei München, gemietet, nicht im Besitz des Paares. Dieser Umstand sollte nach Jansons Tod noch erhebliche Folgen haben.
Das Paar hatte auch harte Zeiten gemeinsam überstanden. Ende 2005 drohte Horst Janson wegen fehlgeschlagener Immobilieninvestitionen in Ostdeutschland die persönliche Insolvenz. Die Pleite wurde knapp abgewendet. Hella Janson blieb.
Auf die Frage, was ihrer langen Ehe Bestand gegeben habe, antwortete Janson 2023:
„Nicht zu versuchen, den Partner nach den eigenen Vorstellungen umzukrempeln. Jeder ist schon ein fertiger Mensch mit seinen Eigenheiten, und die soll er oder sie auch beibehalten. Die muss man akzeptieren.“
Sommer 2024: Sie erkennt den Schlaganfall
Mitte 2024 traf der erste Schlaganfall Horst Janson ohne jede Vorwarnung.
Hella Ruthardt hat den Moment selbst geschildert: „Als er ins Haus kam, konnte er plötzlich nicht mehr sprechen.“ Sie rief sofort den Notarzt. Janson wurde in eine Klinik gebracht, anschließend zur Rehabilitation nach Bad Heilbrunn verlegt. Ruthardt gab sich damals vorsichtig optimistisch: „Seine Bewegungen sind nicht beeinträchtigt. Nur das Kurzzeitgedächtnis funktionierte nicht. Aber das kriegen wir wieder hin.“
Im August 2024 folgte der nächste Rückschlag. Ein weiterer Schlaganfall führte zu einem Sturz auf der Treppe. Die Diagnose: Hirnblutung und gebrochener Arm. Erneut Klinikaufenthalt in München, diesmal mit einer weiteren Komplikation: Janson infizierte sich mit einem Krankenhauskeim. Die Freizeit Revue titelte damals: „Horst Janson: Tödliche Keime. Er kämpft um sein Leben.“
Besuche waren nur in voller Schutzausrüstung möglich. Eine Freundin der Familie schilderte der Bild: „Er und Hella sind eine Einheit, beide vermissen sich schrecklich. Sie darf ihn besuchen, aber nur, wenn sie komplett vermummt ist. Schutzanzug, Mundschutz, Handschuhe.“
Ende 2024 berichteten Medien von leichten Fortschritten. Janson plante eine Feier zu seinem 90. Geburtstag am 4. Oktober 2025. Die Vorbereitungen liefen bereits.
Januar 2025: Die Ärzte können nicht mehr helfen
Im Januar 2025 erlitt Horst Janson innerhalb kurzer Zeit zwei weitere Schlaganfälle. In der München Klinik Harlaching teilten die Ärzte der Familie mit, dass eine weitere Behandlung nicht möglich sei.
Hella Ruthardt gegenüber der Freizeit Revue: „Der Arzt sagte uns, man könne ihm leider nicht mehr helfen.“
Auf der Palliativstation erlangte Janson das Bewusstsein nicht mehr zurück. Hella, Sarah-Jane und Laura-Marie waren bis zu seinem Tod bei ihm. Auch Jansons erste Frau Monika Lundi verabschiedete sich.
Tochter Laura-Marie schilderte die letzten Momente in einem Bunte-Interview:
„Er hat auf uns nicht mehr reagiert, es war ein Albtraum, ihn da liegen zu sehen, mit dieser tiefen Traurigkeit, die ihn umgab. Wir haben dann das Fenster aufgemacht, seine schönen Hände gefaltet und ihn zum Abschied noch einmal auf die Stirn geküsst.“
Horst Janson starb am 19. Januar 2025. Am 28. Januar bestätigte seine Agentur den Tod öffentlich: Er sei „im Kreise seiner Familie friedlich eingeschlafen“.
Hella Ruthardts Worte, gesagt der Freizeit Revue:
„Ich musste ihn loslassen, obwohl es mir das Herz zerreißt.“
Und: „Er wollte leben, sonst hätte er schon lange vorher die Segel streichen können.“
Wenige Monate später: Die Kündigung
Kurz nach Jansons Tod erhielt Helgardt Hella Ruthardt eine Kündigung für das Grünwalder Reihenhaus. Begründung des Vermieters: Eigenbedarf.
Im Oktober 2025 sprach sie erneut mit der Freizeit Revue:
„Nach dem Tod meines Mannes wurde mir wegen Eigenbedarf gekündigt.“
Sie bat um eine Gnadenfrist:
„Ich habe gesagt, sobald ich eine Wohnung finde, gehe ich hier raus. Aber ich muss erst eine Wohnung finden.“
Rechtlich vorgehen wollte sie nicht. Ihr Kommentar dazu: „Die Leute können einem viel antun, und Empathielose umso mehr. Das geht leider alles.“
Und: „Es gibt nur noch wenig empathische Menschen.“
Zuletzt: „Ich frage mich, woher ich die Kraft dafür nehme.“
Grünwald und sein Umland gehören zu den teuersten Wohnlagen Deutschlands. Für eine 77-jährige Witwe ist der Münchner Mietmarkt alles andere als einfach.
Stand März 2026 hat Helgardt Hella Ruthardt sich nicht mehr öffentlich geäußert. Wo sie heute wohnt, ist nicht bekannt. Die Interviews der vergangenen Monate zeichnen das Bild einer Frau, die den Schlaganfall erkannte, bevor der Arzt eintraf, die Monate in Schutzkleidung am Krankenbett verbrachte und beim Tod ihres Mannes bis zum letzten Moment dabei war. Mit 77 Jahren sucht sie jetzt eine neue Wohnung in einem der teuersten Mietmärkte Deutschlands.

