James Veres: Wer ist Ursula Karvens Ex-Mann?

Vier Jahrzehnte lang gehörte James Veres zu den Männern, die in Hollywood darüber entschieden, welche Filme grünes Licht bekommen und welche nicht. Er arbeitete auf den höchsten Ebenen von Columbia Pictures und Sony Entertainment. In Deutschland kennt ihn kaum jemand wegen dieser Karriere.

Hier ist, was wirklich hinter diesem Namen steckt.



Die Karriere: Von West Virginia bis in die Führungsetagen Hollywoods

James Veres wurde 1949 in den USA geboren. Er studierte Soziologie am Bethany College in West Virginia, Abschluss 1970, war dort ein so guter Schwimmer, dass er in die Athletic Hall of Fame seiner Hochschule aufgenommen wurde, und studierte anschließend Film an der New York University.

Was folgte, war eine Karriere, die Schritt für Schritt durch die großen Studios führte:

StudioPosition
Universal StudiosDirector of Development, Drama
Tri-Star PicturesVice President of Creative Affairs
Columbia PicturesSenior Vice President of Creative Affairs
Sony EntertainmentExecutive Vice President of Creative Affairs

Veres war kein Name auf Plakaten. Er war eine Stimme in den Räumen, wo die eigentlichen Entscheidungen fallen.

Als unabhängiger Produzent verantwortete er von 1993 bis 1996 neun Fernsehfilme der Reihe Hart to Hart mit den Originalstars Robert Wagner und Stefanie Powers. Weitere Produktionen aus seinem Portfolio:

  • 1999: Der Tod in deinen Augen (deutsche TV-Produktion)
  • 2000: Green Sails
  • 2005: Reefer Madness: The Movie Musical mit Kristen Bell und Alan Cumming
  • 2009: ZOS: Zone of Separation
  • 2022: Saints Sinners Survivors als Produzent, Regisseur und Autor

Dass er bereits 1999 eine deutsche Fernsehproduktion verantwortete und danach als internationaler Medienberater unter anderem in Deutschland arbeitete, ist kaum bekannt. Seine Verbindung nach Deutschland war also beruflich, bevor sie privat wurde.


Ursula Karven, ein Anwesen in Malibu und ein Leben zu zweit

1994 heiratete James Veres die deutsche Schauspielerin Ursula Karven, geboren als Ursula Ganzenmüller am 17. September 1964 in Ulm, der Geburtsstadt Albert Einsteins. In Deutschland war sie längst ein bekanntes Gesicht aus Tatort, Derrick und Rivalen der Rennbahn. Der Journalist Christian Thiele beschrieb ihr Bekanntheitsniveau 2003 treffend: Sie sei in Deutschland das, was Debra Messing in den USA ist.

Im selben Jahr, 1994, kaufte das Paar ein Anwesen am Pacific Coast Highway in Malibu für knapp 941.000 Dollar. Vier Hektar, Pferdehaltung, Meerblick. Sie züchteten Pferde und legten Gärten an. Ursula Karven sagte später vor Gericht: „Der Urlaub war für mich immer, in Malibu zu sein.“

Ihr erster Sohn Christopher wurde 1994 geboren. Ihr zweiter Sohn Daniel kam 1996 zur Welt.


16. Juni 2001: Was an diesem Abend geschah

Daniel Karven-Veres war vier Jahre alt, als er an diesem Abend die Geburtstagsfeier von Brandon Lee besuchte, dem Sohn von Mötley-Crüe-Schlagzeuger Tommy Lee, der für Brandon eine Feier zum fünften Geburtstag ausrichtete. Rund 15 Kleinkinder waren eingeladen.

Daniel wurde von einem deutschen Austauschstudenten namens Christian Weihs zur Feier gebracht. Weihs verließ die Party vorzeitig für ein Konzert und übergab die Aufsicht an eine andere Nanny, Judith Zeihm. Als Zeihm mit dem Hund spazieren ging, wurde Daniel bewusstlos im flachen Bereich des Pools gefunden.

Was die Prozessakten belegen:

  • Daniel hatte Angst vor dem Wasser und konnte nicht schwimmen
  • Er benutzte stets ein Auftriebsmittel, das seine Eltern das „Ei“ nannten, oder Schwimmflügel
  • Weder Veres noch Ursula Karven wussten, dass bei der Party geschwommen werden würde
  • Kein Rettungsschwimmer und kein Personal mit Erste-Hilfe-Kenntnissen war vor Ort
  • Das einzige verfügbare Schwimmhilfsmittel hatte Tommy Lee seinem eigenen Sohn gegeben
  • Als Daniel aus dem Wasser gezogen wurde, war er erst wenige Minuten bewusstlos, aber niemand vor Ort konnte Erste Hilfe leisten

Die Behörden stuften Daniels Tod als Unfall ein.


Der Prozess 2003: Deutschland verfolgt jeden Verhandlungstag

Im Februar 2002 reichten Veres und Karven Klage ein, wegen fahrlässiger Tötung und Verletzung der Aufsichtspflicht. Ihr Anwalt Thomas Girardi forderte 10 Millionen Dollar Schadenersatz.

Der fünftägige Prozess begann im April 2003 am Superior Court in Santa Monica. Rund zehn deutsche Medienvertreter saßen im Saal: Bild-Reporter, Fernsehteams, Zeitschriftenjournalisten. Frank Siering von der Bild-Zeitung, damals mit 4,5 Millionen täglichen Lesern das größte deutsche Printmedium, brachte die Stimmung auf den Punkt:

„Der Fall wird in Deutschland sehr genau verfolgt. Er steht täglich in der Zeitung.“

Tommy Lee sagte aus, jedes Kind sei mit einer Aufsichtsperson erschienen, die Verantwortung liege bei diesen Begleitpersonen. Sein Anwalt Jim Baratta verwies darauf, dass das Gesetz in Kalifornien bei privaten Veranstaltungen keine Rettungsschwimmer vorschreibt.

Am 17. April 2003 sprach die Jury nach zwei Stunden und 15 Minuten Beratung einstimmig ihr Urteil:

Tommy Lee ist nicht haftbar. Kein Schadenersatz.

Juryvorsitzender Howard Pollack sagte nach der Urteilsverkündung: „Es war sehr, sehr offensichtlich, dass Tommy Lee nicht für den Tod dieses Kindes verantwortlich war.“ Tommy Lee verließ das Gericht durch einen Hinterausgang, ohne eine Stellungnahme abzugeben. Sein Anwalt erklärte, der Schlagzeuger empfinde keine Genugtuung über das Urteil.


Was danach kam

Noch 2003, im Jahr des Urteils, wurde Liam Taj geboren, der dritte Sohn von James Veres und Ursula Karven.

Sylvester Stallone, ein enger Freund der Familie, hatte Daniels Gedenkfeier besucht und das Paar anschließend zu einer Auszeit in die Karibik eingeladen. Über den weiteren Verlauf der Ehe ist öffentlich wenig bekannt. Ursula Karven verließ irgendwann die USA, lebte für einige Jahre auf Mallorca und zog 2010 fest nach Berlin. Sie baute eine Karriere als Yogalehrerin und Autorin auf und veröffentlichte mehrere Bücher und DVDs. 2012 erschien sie auf dem Cover des deutschen Playboy. Ihre Marke für Schwangerschaftspflege „Bellybutton“ ist bis heute bekannt.

Veres blieb in der Filmbranche aktiv. 2022 produzierte und führte er bei Saints Sinners Survivors Regie, sein letztes dokumentiertes Projekt.


November 2024: Das Anwesen steht zum ersten Mal seit 30 Jahren zum Verkauf

Im Herbst 2024 tauchte der Name James Veres in Immobilienrubriken auf. Das Anwesen am 27349 Pacific Coast Highway, seit 1994 im Besitz von Veres und Karven, wurde erstmals zum Kauf angeboten.

Die Eckdaten:

MerkmalDetail
LagePacific Coast Highway, Malibu, Kalifornien
Grundstückca. 4 Hektar
Hausca. 3.500 qft, 5 Schlafzimmer, 4 Bäder, Baujahr 1963
Pferdeanlage31 Boxen, beleuchtete Reithalle, Dressurring, mehrere Koppeln
Kaufpreis 1994ca. 941.000 Dollar
Angebotspreis 202417,3 Millionen Dollar

Vermarktet wurde das Anwesen über The Oppenheim Group. Maklerin Emma Hernan sagte dem Robb Report:

„Dies ist das erste Mal seit 30 Jahren, dass diese Immobilie auf dem Markt ist.“

Der Grund für den Verkauf: Sowohl James Veres als auch Ursula Karven haben die USA verlassen. Anfang 2025 war das Anwesen noch als aktiv gelistet.


Stand März 2026

James Veres ist heute 76 Jahre alt. Öffentliche Auftritte oder neue Projekte sind seit 2022 nicht dokumentiert. Das Anwesen, das er und Ursula Karven drei Jahrzehnte lang ihr Zuhause nannten, sucht noch einen Käufer.

Von den Studios, in denen er Karriere gemacht hat, über die deutschen Gerichtssaalsäle bis zum Immobilienmarkt in Malibu: Der Hollywoodproduzent James Veres bleibt ein Name, dessen Geschichte in Deutschland immer größer ist als seine Bekanntheit.


Quellen: Bethany College (offizielle Website), IMDb, Wikipedia, CNN (17. April 2003), CBS News, The Irish Times, Billboard (April 2003), Court TV / CNN (15. April 2003), Robb Report (November 2024), MoreLaw Gerichtsdatenbank (Case No. SC 070 820)

Eric Kuster
Eric Kusterhttps://infozentral.de/
Eric Kuster schreibt seit 2015 über Politik, Promis, Sport und Gesellschaft. Er arbeitete für die Münchner Abendzeitung und mehrere Online-Portale, wo er Bundestagsdebatten, Promi-Skandale, Fußball-Transfers und Gerichtsverfahren abdeckte. Kuster berichtete aus dem Bundestag, interviewte Bundesliga-Spieler und recherchierte zu Steuerhinterziehungsfällen deutscher Prominenter. In Köln aufgewachsen, zog er 2019 nach Berlin, um näher am politischen Geschehen zu sein. Er verfolgt Entertainment-News genauso wie Migrations- und Technologiethemen. Im Februar 2026 gründete er Info Zentral, weil ihm Schnelligkeit ohne Oberflächlichkeit wichtig ist. Kuster hat Politikwissenschaft studiert, aber das meiste lernte er in Redaktionen.

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