Mafalda von Bulgarien: Prinzessin, Sängerin Ona Mafalda und Reset 2026

Wer im Februar 2026 nach Mafalda von Bulgarien sucht, findet keine Hofberichte. Stattdessen: Tourdaten, ein neues Album, eine abgeschlossene Scheidung und Interviews über Neuanfänge. Die 31-jährige Enkelin des letzten bulgarischen Zaren hat sich unter dem Künstlernamen Ona Mafalda eine eigenständige Musikkarriere aufgebaut, abseits von Adelsprotokollen und ohne den Familientitel als Türöffner.



Ona Mafalda: Singer-Songwriterin mit Berklee-Abschluss

Vollständiger Name: Mafalda-Cecilia von Sachsen-Coburg und Gotha. Geboren am 27. Juli 1994 in London. Prinzessin des bulgarischen Königshauses, Herzogin in Sachsen.

Sie wuchs zwischen London und Mallorca auf, schrieb mit 14 ihre ersten Lieder und stand mit 16 auf Bühnen in Londoner Bars. Danach folgte ein Studium am Berklee College of Music in Boston, das sie mit einem Abschluss in Songwriting beendete. Ihre erste offizielle Single „Don’t Let Go“ erschien 2015.

Seither hat sie vier Veröffentlichungen aufgebaut:

  • Daisy Chain (EP, 2019)
  • Bailando sin sentido (EP, 2021), mit Kollaborationen mit dem französischen Pianisten Sofiane Pamart
  • Ona (Debütalbum, 2023)
  • Reset (Album, November 2025)

Spotify führt sie als EQUAL-Botschafterin. Ihr Künstlername erklärt sich selbst: „Ona“ bedeutet auf Katalanisch „Welle“, benannt nach Mallorca, der Heimatinsel ihrer Mutter.


Reset: Album, Sound und die Tour 2026

Am 4. November 2025 erschien Reset, ihr zweites Studioalbum. Aufgenommen in London mit den Produzenten Mac Wetha, Dan Holloway, Sour Sync und Khotton. Der Sound ist ein klarer Schritt weg von elektronischerem Dark-Pop, hin zu gitarrengetriebenem Indie-Rock mit bilingualen Texten auf Spanisch und Englisch.

Trackliste:

#Titel
1Salto
2Harta
3Rolling
4Pink Lies
5Ya No Soy Esa
680 Cerillas
7For Us
8Esa Alma
9Broken Games
10Sedated
11Kuidao (feat. Merina Gris)

„Harta“ steht im Mittelpunkt des Albums. Das Wort bedeutet auf Spanisch „es reicht“ oder „genervt“, und der Song trifft genau diesen Ton. Gegenüber Indie is Not a Genre beschrieb Mafalda das Lied so: „Harta ist meine Art, alles loszulassen, was ich zu lange in mir aufgestaut hatte. Manchmal ist Weggehen kein Aufgeben, sondern das Zurückholen der eigenen Kraft.“

„Ya No Soy Esa“ ist eine Neuinterpretation des Mari-Trini-Klassikers. Der spanische Musikblog Jenesaispop lobte „Harta“, „Pink Lies“ und „Salto“ als stärkste Momente des Albums, zog Vergleiche zu The Strokes und Olivia Rodrigo und attestierte dem Werk einen klaren, selbstbewussten Charakter.

Über den Entstehungsprozess sagte Ona Mafalda in einem Interview mit Still Listening Magazine: „Ich wollte mutiger und ehrlicher sein. Ich bin zurückgegangen zu der Denkweise, die ich hatte, als ich anfing, Songs zu schreiben, und habe meinem Instinkt vertraut.“

Die Reset Tour 2026 läuft seit Januar durch Spanien, im Rahmen des Girando Por Salas-Circuits. Am 13. März 2026 spielt sie in Toledo. Im November 2025 stand sie als Headlinerin im The Victoria Dalston in London.

Vorangegangen waren Auftritte beim Primavera Sound 2022 in Barcelona, beim Eurosonic Noorderslag 2024 in Groningen und beim The Great Escape Festival 2024 in Brighton. Im Mai 2023 öffnete sie in Barcelona die Bühne für Coldplay auf der zweiten europäischen Etappe der Music of the Spheres World Tour.


Scheidung, El-País-Interview und der Neuanfang in Madrid

Im Mai 2022 heiratete Mafalda den britisch-libanesischen Banker Marc Abousleiman in einer standesamtlichen Zeremonie in Palma de Mallorca. Beide hatten sich Jahre zuvor auf der Lycée Français Charles de Gaulle in London kennengelernt. Sie trug ein Vintage-Valentino-Kleid ihrer Mutter. Unter den Gästen: Infantin Elena und Infantin Cristina von Spanien, Kronprinzessin Mette-Marit von Norwegen sowie Mafaldas Großeltern König Simeon und Königin Margarita von Bulgarien.

Im November 2024 trennten sich beide einvernehmlich. Marc reichte die Scheidung in New York ein.

In einem Gespräch mit der spanischen Zeitung El País äußerte sich Mafalda erstmals öffentlich dazu: „Ich würde es niemandem wünschen, und schon gar nicht jemandem, der so jung ist wie ich. Es ist eine riesige Veränderung und ein großer Schmerz. Ich habe anderthalb Jahre damit verbracht, mich zu fragen, was ich wirklich will. Meine Gefühle waren verstreut, ich habe den Norden verloren.“

Seit etwa 2021 lebt sie in Madrid. Dort ist sie inzwischen mit dem Grafik- und Kreativdirektor Miguel Ángel Martín Maoño zusammen. Gegenüber El País sagte sie im März 2025: „Ich bin eine neue Mafalda. Eine mutigere Frau, die keine Angst hat, Risiken einzugehen.“


Das bulgarische Königshaus: Simeon II., Exil und demokratische Rückkehr

Mafaldas Großvater Simeon II. ist einer der ungewöhnlichsten Monarchen des 20. Jahrhunderts. Er bestieg den bulgarischen Thron 1943 als Sechsjähriger, nachdem sein Vater Boris III. unter bis heute ungeklärten Umständen gestorben war. Die Kommunisten schafften die Monarchie 1946 ab und schickten ihn als Neunjährigen ins Exil, zunächst nach Ägypten, später nach Spanien. 2001 kehrte er zurück nach Bulgarien und legte am 24. Juli 2001 als gewählter Ministerpräsident der Republik Bulgarien seinen Amtseid ab. Bulgariens NATO-Beitritt 2004 fiel in seine Regierungszeit.

Vater Kyril, Fürst von Preslav, wurde 1964 in Madrid geboren, studierte Physik an der Princeton University und arbeitete danach bei Lehman Brothers in London und New York. Im September 1990 wurde er auf einer Valentino-Yacht vor der Vulkaninsel Stromboli neben Prinzessin Diana fotografiert, ein Bild, das erst 2024 durch Valentino-Mitbegründer Giancarlo Giammetti veröffentlicht wurde.

Mutter Rosario Nadal stammt aus Mallorca, war jahrelang Muse von Modedesigner Valentino Garavani und arbeitet heute als Kunstberaterin. Über ihre mütterliche Linie ist sie eine Nachfahrin des aztekischen Kaisers Moctezuma II.


Der Name Mafalda und ein Kapitel, das in Buchenwald endet

Hinter dem Namen steckt mehr als Familientradition.

Mafalda von Savoyen (1902 bis 1944) war die Schwester von Königin Giovanna von Italien, die 1930 Zar Boris III. von Bulgarien heiratete. Aus dieser Ehe wurde Simeon II. geboren, Mafaldas Großvater. Mafalda von Savoyen ist damit die Urgroßtante der heutigen Sängerin.

Was die Geschichte noch schwerer macht: Es war Mafalda von Savoyen, die den Heiratsantrag zwischen Boris III. und ihrer Schwester Giovanna persönlich vorangetrieben hatte. Das ist auf der offiziellen Webseite des bulgarischen Königshauses dokumentiert. Ohne diese Initiative gäbe es diese Familienlinie nicht.

Im September 1943 reiste Mafalda von Savoyen nach Sofia, um ihrer Schwester nach dem Tod von Boris III. beizustehen. Die Gestapo lockte sie unter einem Vorwand in die deutsche Botschaft. Von Sofia wurde sie nach München und Berlin deportiert, dann ins KZ Buchenwald. Im Lagerregister führte man sie als „Frau Weber“. Hitler bezeichnete sie als „das schwärzeste Aas im italienischen Königshaus“, weil er sie im Verdacht hatte, gegen die deutschen Kriegsziele zu arbeiten. Am 24. August 1944 wurde sie bei einem alliierten Bombenangriff schwer verletzt. Ihr Arm wurde amputiert. Sie starb am 27. August 1944. Auf dem Friedhofsregister in Weimar stand „Unbekannte Frau“.

Die heutige Prinzessin Mafalda von Bulgarien trägt den Namen einer Frau, die ein Königshaus mitbegründet hat und wenige Jahre später in einem Konzentrationslager starb.


Stand Februar 2026

Die Reset Tour 2026 läuft. Ein weiteres Album ist in Vorbereitung. Mafalda behält ihren Titel als Prinzessin von Bulgarien, tritt aber unter dem Namen auf, den sie sich selbst gewählt hat.

Wer sie als Prinzessin sucht, findet eine Sängerin. Wer sie als Sängerin sucht, findet jemanden, der genau weiß, woher er kommt.

Eric Kuster
Eric Kusterhttps://infozentral.de/
Eric Kuster schreibt seit 2015 über Politik, Promis, Sport und Gesellschaft. Er arbeitete für die Münchner Abendzeitung und mehrere Online-Portale, wo er Bundestagsdebatten, Promi-Skandale, Fußball-Transfers und Gerichtsverfahren abdeckte. Kuster berichtete aus dem Bundestag, interviewte Bundesliga-Spieler und recherchierte zu Steuerhinterziehungsfällen deutscher Prominenter. In Köln aufgewachsen, zog er 2019 nach Berlin, um näher am politischen Geschehen zu sein. Er verfolgt Entertainment-News genauso wie Migrations- und Technologiethemen. Im Februar 2026 gründete er Info Zentral, weil ihm Schnelligkeit ohne Oberflächlichkeit wichtig ist. Kuster hat Politikwissenschaft studiert, aber das meiste lernte er in Redaktionen.

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