Susanne Pfannendörfer: Wer sie war und was heute bekannt ist

Mehmet Scholl wird in Deutschland mit Bayern München, dem EM-Titel 1996 und markigen Fernsehkommentaren verbunden. Die Geschichte seiner ersten Ehe dagegen kennen die wenigsten genau. Susanne Pfannendörfer, seine damalige Frau, war keine Randnotiz in seiner Biografie. Sie war selbst aktive Handballspielerin im Karlsruher Stadtteil Rintheim, als sich ihre Wege Ende der 1980er Jahre kreuzten.



Eine Handballspielerin aus Karlsruhe-Rintheim

Susanne Pfannendörfer wuchs im Karlsruher Stadtteil Rintheim auf. Das Stadtwiki Karlsruhe bezeichnet sie ausdrücklich als „Rintheimer Handballspielerin“, also als aktive Spielerin beim TSV Karlsruhe-Rintheim 1896 e.V. Kein kleiner Verein: Die Handballabteilung des TSV spielte zwischen 1969 und 1977 in der Handball-Bundesliga und gehörte damals zur deutschen Spitzenklasse.

Über ihren beruflichen Hintergrund oder ihr Leben außerhalb des Handballs gibt es keine öffentlich zugänglichen Informationen. Was feststeht: Sie war im Rintheimer Sportumfeld aktiv, lange bevor ihr Name in Zusammenhang mit einem der bekanntesten deutschen Fußballer der 1990er Jahre auftauchte.


Wie sie Mehmet Scholl kennenlernte

Mehmet Scholl lernte Susanne Pfannendörfer bei den Handballspielen des TSV Rintheim kennen. Das bestätigen das Stadtwiki Karlsruhe und das VereinsWiki übereinstimmend. Zu diesem Zeitpunkt spielte Scholl noch beim Karlsruher SC, bevor ihn der FC Bayern München 1992 verpflichtete.

Rintheim war Scholls Heimatboden. Er kannte die Sportszene des Stadtteils, war dort verwurzelt. Das Kennenlernen passierte nicht auf einem roten Teppich, sondern in einer ganz normalen Sporthalle.


Heirat 1993, Sohn und Scheidung 1996

1993 heirateten Susanne Pfannendörfer und Mehmet Scholl. Er war 22 Jahre alt und hatte gerade seine erste Saison beim FC Bayern hinter sich. Die Ehe fiel mitten in seine Hochphase als Spieler, mitten in die Zeit, als er zum Teenie-Idol aufgebaut wurde und das Gesicht des sogenannten „FC Hollywood“ war.

Am 5. Juli 1996 kam ihr Sohn Lucas-Julian Scholl in München zur Welt. Was danach folgte, geschah schnell. Der deutsche Wikipedia-Artikel zu Mehmet Scholl hält fest, dass die Ehe im Oktober 1996 endete. Lucas war zu diesem Zeitpunkt fünf Monate alt.

Scholl selbst bezeichnete die Saison 1996/97 später als sein „Katastrophenjahr“. Verletzungen, die Trennung und ein öffentlicher Skandal bei einem Ski-Ausflug in Zürs belasteten ihn gleichzeitig. Desired.de dokumentiert, dass die Trennung dem damaligen Bayern-Star „sehr zusetzte“. Auf dem Höhepunkt seiner öffentlichen Bekanntheit sah seine private Realität völlig anders aus.


Lucas-Julian Scholl: Talent unter dem Schatten des Vaters

Lucas-Julian Scholl wuchs als Fußballer auf und durchlief das gesamte Nachwuchssystem des FC Bayern München. Als 17-Jähriger trainierte er unter Pep Guardiola mit der Lizenzmannschaft. Guardiolas Worte an ihn damals sind gut dokumentiert:

„Lucas, du kannst fußballerisch alles, aber du musst deinen Kopf ändern.“

Im August 2014 saß Lucas für ein Bundesligaspiel gegen den VfL Wolfsburg auf der Bank, wurde aber nicht eingewechselt. Anschließend spielte er für die zweite Mannschaft des FC Bayern in der Regionalliga. Im Januar 2017 wechselte er zu FSV Wacker 90 Nordhausen.

Dort folgte eine Serie von Rückschlägen:

  • Eine Lungenentzündung zerstörte sein Zeitfenster für höherklassige Wechsel
  • Ein Fußknochenbruch, den er wochenlang nicht erkannte und durch den er mit starken Schmerztabletten trainierte
  • Die Insolvenz des Vereins im Jahr 2019

Lucas wechselte danach zu VfR Garching, dann zu SV Horn in die österreichische 2. Liga und schließlich im Juli 2022 zu FC Wacker Innsbruck in die Österreichische Regionalliga West, wo er als zentraler Mittelfeldspieler spielt.

In einem Interview mit fussball.de reflektierte er offen:

„Ich war zu früh satt und zufrieden, konnte es beispielsweise nicht verstehen, wieso ich mit 17 noch in der U19 spielen musste. Ich wollte zu schnell alles und hatte dann nichts.“

Mehmet Scholl nannte seinen Sohn in einem Podcast öffentlich einen „verhinderten Multimillionär“. Die Bereitschaft, wirklich alles für den Erfolg zu geben, habe irgendwann aufgehört. Harte Worte eines Vaters, der selbst weiß, was dafür notwendig wäre.

Ein Detail fällt dabei besonders auf. Laut dem deutschen Wikipedia-Artikel zu Mehmet Scholl trainierte er ab Oktober 2008 die U13-Junioren des FC Bayern München, in der Lucas damals spielte. Trotz der frühen Scheidung fanden beide offenbar einen Weg, Elternteil zu bleiben.


Seit 1996 komplett aus der Öffentlichkeit

Seit Oktober 1996 ist Susanne Pfannendörfer aus dem öffentlichen Leben verschwunden. Kein Interview, keine dokumentierte Medienpräsenz, keine Berichte über ihr heutiges Leben. Die Bildagentur IMAGO führt Archivfotos aus der gemeinsamen Zeit mit Mehmet Scholl, mehr existiert nicht.

Mehmet Scholl heiratete 2007 Jessica Luther. Die beiden trennten sich 2016. Auch diese Beziehung war, wie das Paar selbst kommunizierte, weitgehend aus dem Rampenlicht herausgehalten.

Susanne Pfannendörfer hat diesen Weg nicht mitgemacht. Sie war Sportlerin, keine Fußballerfrau fürs Schaufenster. Dass sie nach dem Ende der Ehe dorthin zurückgekehrt ist, wo sie vor allem anderen war, nämlich zu einem Leben ohne öffentliche Aufmerksamkeit, sagt vielleicht mehr über sie aus als jeder Artikel es könnte.

Eric Kuster
Eric Kusterhttps://infozentral.de/
Eric Kuster schreibt seit 2015 über Politik, Promis, Sport und Gesellschaft. Er arbeitete für die Münchner Abendzeitung und mehrere Online-Portale, wo er Bundestagsdebatten, Promi-Skandale, Fußball-Transfers und Gerichtsverfahren abdeckte. Kuster berichtete aus dem Bundestag, interviewte Bundesliga-Spieler und recherchierte zu Steuerhinterziehungsfällen deutscher Prominenter. In Köln aufgewachsen, zog er 2019 nach Berlin, um näher am politischen Geschehen zu sein. Er verfolgt Entertainment-News genauso wie Migrations- und Technologiethemen. Im Februar 2026 gründete er Info Zentral, weil ihm Schnelligkeit ohne Oberflächlichkeit wichtig ist. Kuster hat Politikwissenschaft studiert, aber das meiste lernte er in Redaktionen.

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